Der Sachverhalt entsteht nicht von selbst
Warum gute Aktenarbeit am Anfang so viel Zeit kostet. Und wo sich das ändern lässt.
Wir haben in den vergangenen Wochen mit zwölf kleinen und mittleren Kanzleien aus der Metropolregion Hamburg gesprochen. Die Frage war jedes Mal dieselbe: Wo verlieren Sie tatsächlich Zeit? Die Antworten waren überraschend einheitlich.
Drei Beobachtungen
Beobachtung eins. Die meiste Zeit geht nicht bei der rechtlichen Bewertung verloren. Wer Anwältin oder Anwalt ist, weiß, wie BGH-Urteile zu lesen sind. Zeit kostet vor allem die Vorbereitung des Falls.
Beobachtung zwei. Zeit geht beim Sortieren verloren. Beim Suchen. Beim Vergleichen, ob die Behauptung auf Seite 47 des Schriftsatzes mit dem Vortrag auf Seite 12 der Klageerwiderung kompatibel ist.
Beobachtung drei. Diese Vorarbeit ist unsichtbar. Sie taucht in keiner Stundenabrechnung als eigene Position auf. Sie wird unter „Aktenstudium” verbucht und damit unscheinbar gemacht.
Was wir unter „Sachverhalt” eigentlich meinen
In der juristischen Ausbildung lernt man, dass der Sachverhalt das Gegebene ist. Er steht in der Klausur, man liest ihn, dann beginnt die eigentliche Arbeit.
In der Praxis steht der Sachverhalt nirgendwo.
Er muss aus Schriftsätzen, Mails, Anlagen, Protokollen, Scans und beA-Nachrichten zusammengesetzt werden. Aus Hunderten Dokumentenseiten entsteht am Ende eine geordnete Chronologie. Wenn alles gutgeht.
Warum bestehende Werkzeuge das nicht lösen
Kanzleisoftware ist auf Mandatsverwaltung optimiert. Sie weiß, wann die Frist läuft, wer wann welches Telefonat hatte, welche Rechnung gestellt wurde. Sie weiß nicht, was in den Schriftsätzen steht.
Volltextsuche hilft, wenn man den richtigen Begriff kennt. Sie hilft nicht, wenn die Behauptung in der Klageschrift „Mietzins” heißt und in der Klageerwiderung „Mietzahlung”.
PDF-Reader zeigen Dokumente. Sie stellen aber keine Beziehungen zwischen den darin enthaltenen Informationen her.
Was sich ändert, wenn die Akte strukturiert wird
Wir bauen jonis genau für diese Lücke: eine digitale Akte mit automatisch erstellter Chronologie. Die Timeline ist nicht das Ergebnis, sie ist der Anfang. Die Struktur, auf der alles weitere aufbaut. Ein Datenmodell macht Widersprüche überhaupt erst systematisch erkennbar.
Eine Hamburger Anwältin sagte uns dazu:
„Wenn ich von Anfang an wüsste, was wirklich in der Akte steht, könnte ich anders denken. Weniger Stunden Aktenstudium, mehr Stunden Verteidigung.”
Das ist die Lücke, die wir schließen wollen. Mit einer Struktur, die die Akte verständlich macht und jede Antwort darauf belegbar.
Was wir noch lernen
Wir suchen sechs Pilotkanzleien in Hamburg, Reinbek und Ahrensburg, mit denen wir jonis anhand realer Akten weiterentwickeln. Nicht im stillen Kämmerlein, sondern gemeinsam mit Ihnen. Wenn Sie mitmachen wollen, schreiben Sie uns.